Verkehr
Einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zufolge wird
die Aufnahme der fünf mittel- und osteuropäischen Staaten
Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien in die EU bis zum
Jahre 2015 eine Verdreifachung des LKW-Verkehrs mit diesen Ländern
nach sich ziehen.
Für die 280 Kilometer lange Strecke Wien-Prag sitzt man heute
noch fast fünf Stunden im Zug.
Arbeitsmarkt
Der Zuzug auf den österreichischen Arbeitsmarkt bleibt auch nach
der Erweiterung beschränkt. Die Beschränkungen sind für
zwei bis sieben Jahre festgelegt. Über die Anzahl der Arbeitsmigration
gibt es Prognosen die zwischen 18.000 und 600.000 schwanken."Die
Schwankungsbreite der Prognosen ist so groß, dass man wissenschaftlich
eigentlich nichts aussagen kann", meint Helmut Hofer, Experte
am Institut für Höhere Studien (IHS)
Sicherheit
Die Schengengrenze wird voraussichtlich 2010 nach Osten rücken.
Die EU-Erweiterung wird die Sicherheit in Österreich nicht gefährden,
jene in den neuen EU-Staaten aber erhöhen, meinen Experten.
Laut einer Fessel-Umfrage vom Jänner 2002 sprachen sich 60 Prozent
der Befragten für und nur 35 Prozent gegen das Projekt Erweiterung
aus. Insgesamt ist das "Europa-Klima", nicht zuletzt wegen
der gelungenen Euro-Einführung, positv zu bewerten.
Dennoch: Im EU-Raum zählen die Österreicher noch immer zu
den größten Skeptikern. Dabei gehen Experten davon aus,
dass Österreich am stärksten von der Aufnahme der Reformstaaten
profitieren wird. Die Kosten der Erweiterung würden nach ein
paar Jahren durch die aus dem prognostizierten höheren Wirtschaftswachstum
von einem Prozentpunkt ausgeglichen, meint das Wirtschaftsforschungsinstitut
(Wifo).
Agrarsektor
Die mittel- und osteuropäischen Länder, sind stark agrarisch
geprägt, und die Produktpalette ähnelt der Österreichs.
Mit starkem Preisdruck und vermehrtem Wettbewerb auf den Exprotmärkten
ist vor allem bei Getreide, Gemüse, Fleisch und Milch zu rechnen,
so die Einschätzung des Wifo-Experten für Agrarpolitik Matthias
Schneider.
Vor- und Nachteile?
Vor dem EU-Beitritt Österreichs hieß es im Gutachten der
EU-Kommission noch, Österreich werde eine wertvolle Vermittlerrolle
bei der EU-Erweiterung spielen und sein Wissen über diese Region
hilfreich einbringen. Mittlerweile so EU-Kommissar Franz Fischler,
habe Österreich "seinen Ruf als Vorreiter bei der EU-Erweiterung
verspielt. Das liegt auch daran, dass immer nur die Nachteile betont
wurden und nicht die Vorteile.
Die Kosten der EU-Erweiterung
Ende Jänner legte die EU-Kommission ihre Finanzvorschau für
die Aufnahme von zehn Beitrittskandidaten vor: 40 Milliarden Euro
wird die Erweiterung in den ersten drei Jahren kosten. Der Anteil
Österreichs beträgt nach dem bisherigen Verteilungsschlüssel
2,38 Prozent der Gesamtkosten, das wären 950 Millionen Euro.
Auf jeden Österreicher umgerechnet, bedeutete dies einen jährlichen
Betrag von rund 40 Euro. Allerdings ist eine genaue Hochrechnung der
Kosten für den "Nettozahler" Österreich nicht
möglich, denn noch ist unklar, welche Beitragszahlungen die neuen
Mitglieder an den gemeinsamen Haushalt ab dem Beitritt leisten werden.
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Wirtschaft
So sehen die wirtschaftlichen Daten im Vergleich mit denen der 13
EU-Beitrittskanditaten aus:
| Daten
im Vergleich |
 |
Bevölkerung
(in Mio. Einwohner, 2000) |
 |
Arbeitslosigkeit
(in % Sept. 2001) |
 |
Bruttoinlandsprodukt
je Einwohner, in Euro (1999) |
 |
Inflation
in % (Sept. 2001) |
Quelle:
EFB / Dienststelle d. Europäischen Union |
| Österreich |
 |
8,1
Mill. |
 |
3,9
% |
 |
23.178 |
 |
2,6
% |
|
| Ungarn |
 |
10,1
Mill. |
 |
5,3
% |
 |
11.700 |
 |
7,6
% |
|
| Slowakei |
 |
5,4
Mill. |
 |
17,9
% |
 |
10.800 |
 |
12,0
% |
|
| Tschechien |
 |
10,3
Mill. |
 |
8,6
% |
 |
13.500 |
 |
4,4
% |
|
| Slowenien |
 |
2,0
Mill. |
 |
12,0
% |
 |
16.100 |
 |
8,9
% |
|
| Polen |
 |
38,7
Mill. |
 |
16,3
% |
 |
8.700 |
 |
4,5
% |
|
| Litauen |
 |
3,7
Mill. |
 |
12,6
% |
 |
6.600 |
 |
1,0
% |
|
| Lettland |
 |
2,4
Mill. |
 |
7,8
% |
 |
6.600 |
 |
2,7
% |
|
| Estland |
 |
1,4
Mill. |
 |
7,3
% |
 |
8.500 |
 |
4,0
% |
|
| Malta |
 |
0,4
Mill. |
 |
5,3
% |
 |
11.900 |
 |
2,5
% |
|
| Zypern |
 |
0,8
Mill. |
 |
3,5
% |
 |
18.500 |
 |
4,2
% |
|
| Rumänien |
 |
22,5
Mill. |
 |
10,5
% |
 |
6.000 |
 |
45,0
% |
|
| Bulgarien |
 |
8,2
Mill. |
 |
17,9
% |
 |
5.400 |
 |
10,4
% |
|
| Türkei |
 |
63,9
Mill. |
 |
7,1
% |
 |
54,3
% |
|
|
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Betrifft:
Bene-Dekrete.
Zum historischen Verhältnis von Tschechen und Deutschen
Vortrag von Hans Hautmann in der Friedenswerkstatt Linz, 29. März
2001
"Der Begriff "Benes-Dekrete ",von dem in letzter Zeit
so oft die Rede ist, umschreibt ein Ereignis, das zu den einschneidendsten
bevölkerungspolitischen Veränderungen im Gefolge des Zweiten
Weltkrieges zählt: die Vertreibung von rund 3,1 Millionen Deutschen
aus ihren Siedlungsgebieten in der Tschechoslowakei. Da die Geschichte
eine ununterbrochene Kette von Ursachen und Wirkungen ist, kann dieses
Ereignis nicht isoliert betrachtet werden. Es muss dafür schwerwiegende
Gründe gegeben haben, die in der Zeit vorher liegen und dort
zu suchen sind. Der Inhalt meines Referats wird daher das historische
Verhältnis zwischen Tschechen und Deutschen sein, und er wird
die Vorgeschichte dessen behandeln, was ich in dem Artikel für
die "Guernica " ausgeführt habe." ... Download
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(85kb)
Medien und Politik in der Slowakei
Vortrag von Juraj Alner, Präsident der Slowakischen Sektion der
Vereinigung Europäischer Journalisten, gehalten am 25. Januar
2000 in der Europäischen Akademie Berlin.
"Ein guter Freund der Slowakei (er heißt Erhard Busek)
betont immer wieder:
,,Aus Wien nach Koice ist es näher als aus Wien nach Innsbruck."
Zwischen Wien und Bratislava liegt eine Fahrstunde im Auto. Die Slowakei
ist für die Österreicher der nächste Nachbar geographisch
und historisch, und das hat auch viel mit der Mentalität, mit
der Erfahrung, mit der Kontaktfähigkeit zu tun.
Die Slowakei war, als Teil der Tschechoslowakei, auch direkter Nachbar
Deutschlands, in gewissem Sinne ist sie es auch geblieben. Was ich
für absurd halte, ist die Tatsache, dass wir den Deutschen und
Österreichern noch immer erklären müssen, wer eigentlich
die Slowaken sind und was sie "dort drüben" treiben.
Falls jemand glaubt, Schuld seien die Medien, weil sie zu wenig informierten,
muss man hinzufügen: ja, aber es sind die deutschen und österreichischen
Medien. Denn wer liest schon in diesen Ländern slowakisch?"...
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(24kb)
Die EU-Erweiterung aus der Sicht der Österreicher und unserer
Nachbarn
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik, Wien November
1999
Wie ein roter Faden zieht sich durch die Ergebnisse der jüngsten
Meinungsumfrage die Sorge um den Arbeitsplatz, befürchteter Konkurrenzdruck
auf österreichische Firmen und die Angst vor einer Gefährdung
von Arbeitsplätzen. ... Download PDF
(24kb)
Schwierige Nachbarschaft
Referat von Barbara Coudenhove-Kalergi
"Unser österreichisch-tschechisches Zusammentreffen hier
in Retz kommt zu einem Zeitpunkt, an dem unsere Beziehungen zu unseren
tschechischen Nachbarn so schlecht sind wie seit dem Krieg nicht.
Man kann ruhig sagen: zwischen den beiden Nachbarn fliegen zur Zeit
die Fetzen. Ich brauche Ihnen nur zwei Stichworte zu sagen: Temelin
und die Bene Dekrete. Also treffen wir uns hier im Grenzgebiet
genau zum richtigen Zeitpunkt, um offen miteinander zu reden, Missverständnisse
auszuräumen, nachzudenken, warum wir uns angeblich so wenig leiden
können und vielleicht ein paar bessere Wege in die Zukunft zu
suchen." ... Download PDF
(58kb)
Chancen und Risiken der EU-Osterweiterung
von Henning Hemmer. Diese Arbeit gewann den 2. Landespreis beim 47.
Europäischen Wettbewerb 2000.
"Nach zwei furchtbaren Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts
war klar geworden: Der herkömmliche Nationalstaat mit uneingeschränkter
Herrschaftsgewalt, der Kriege als erlaubtes Mittel zur Durchsetzung
seiner Interessen ansah, durfte nicht weiterbestehen. Aber was sollte
statt dessen entstehen? Beispiele aus der Geschichte gab es nicht.
Man muss nur die Geschichtsbücher Europas aufschlagen, um zu
erfahren, dass für viele Staaten ein freiwilliges Teilen ihrer
Macht früher unvorstellbar war. Auch heute verteidigen oder vergrößern
einige Staaten außerhalb der EU ihren Machtbereich eher mit
Gewalt, als ihn freiwillig einzuschränken. Die Staaten müssen
bei einem Zusammenschluss ihre Souveränität teilen, was
für viele Politiker heute noch unvorstellbar ist. Früher
haben Europas Staaten Kriege erklärt, sobald sie nur glaubten,
ihre Souveränität sei angetastet oder gar verletzt worden!
Mit dem freiwilligen Zusammenschluss europäischer Staaten wurde
also etwas bisher einmaliges versucht. Versuchen - das ist das Schlüsselwort,
denn nur auf dem Wege des Versuchens kann die freiwillige Einigung
und Frieden in Europa vorangetrieben werden.
Neben den geschichtlichen Aspekten gibt es noch eine Reihe von weiteren
Gründen, die für neue Zusammenschlüsse, also für
eine weitere Einigung und Vertiefung der Europäische Union sprechen:"
... mehr
HABSBURGISCHER MYTHOS VERSUS K..(U.)K.
(POST-)KOLONIALISMUS
Neuere Publikationen zum österreichischen Heimat-Bild von Clemens
Ruthner (Antwerpen)
Download PDF
(100kb)
Europäische
Union - Erweiterung der EU und Beitrittsverhandlungen
Europa neu gestalten - Jugendforum
zur Osterweiterung der EU
Das Jugendforum zur EU-Osterweiterung "Europa neu gestalten"
bietet (nicht nur) für Jugendliche die Möglichkeit, sich
über die Herausforderung, die der Erweiterungsprozess darstellt,
zu informieren und ihre Erwartungen in die Diskussion einzubringen.
Die Datenbank
Europa wird von SchülerInnen und LehrerInnen am Albert-Schweitzer-Gymnasium
Erlangen betreut. Sie ist ein anwenderfreundliches Informationssystem
mit enorm hohem Aktualisierungsgrad und bietet Aktuelles zu Geographie,
Wirtschaft, Politik, Kultur und Schule für alle Länder Europas.
TIPP:
Unser neues Europa
Sechsteilige ORF-Produktion mit Unterstützung des Bundesministeriums
für Bildung, Wissenschaft und Kultur, präsentiert von Günther
Ziesel
Die Serie besteht aus einem von Otto Hörmann gestalteten einleitenden
Teil, in dem unter anderen Hugo Portisch, EU-Kommissar Günter
Verheugen, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und hohe Repräsentanten
der Beitrittskandidaten zur EU-Erweiterung Stellung nehmen, sowie
aus fünf von Günther Ziesel präsentierten Länderporträts.
Ihm zur Seite steht eine Komoderatorin aus dem jeweiligen Land. In
Polen ist dies die Starmoderatorin Agata Konarska, in der Slowakei
die Fernseh- und Radiomoderatorin Katharina Brychtová, in Tschechien
die international bekannte Konzertpianistin Jitka Pálenicková
Cechová, in Slowenien die Sängerin und "Song-Contest"-Teilnehmerin
Darja Svajger Mohoric und in Ungarn die Journalistin Júlia
Váradi.
Videopaket 6 Stück/2001
Im Verkauf 300,- ATS / 21,80 EUR
Bestellung Medienservice: Mediendatenbank
für Verleih und Verkauf |
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