1872
entwickelte der britisch-amerikanische Fotograf Eadweard
Muybridge (1830 - 1904) die Serienfotografie (Phasenfotografie
von Bewegungsabläufen). Kurz darauf erfand er das so genannte
Zoopraxiskop (Vorläufer
des Filmprojektors), mit dem es möglich war, fotografische
Platten in schneller Folge auf eine Leinwand zu projizieren. Das
Kino war geboren. So einfach ist die Geschichte des Kinos allerdings
nicht.
Über Jahrzehnte wurden Prozesse um Patente geführt, Monopole
gebildet und wieder aufgelöst. Die Ökonomie
war Motor vieler Entwicklungen und beeinflusste die künstlerischen
Anstrengungen (und umgekehrt). Codes und
Konventionen der "Filmsprache" prägten
sich in den ersten zwanzig Jahren der Filmgeschichte fast vollständig
aus und bilden bis heute die "Grammatik". Von der Technik
her gesehen entwickelt sich das Kino zum digitalen Medium, es verwandelt
sich. So wie die Erfindung des Fernsehens Spuren im Kino hinterlassen
hat, wird auch diese Entwicklung das Medium neu interpretieren.
Die ästhetischen Innovationen
haben sich in den letzten Jahrzehnten verlangsamt, manche Kritiker
des zeitgenössischen Kinos diagnostizieren sogar einen Stillstand.
Mit den neuen Medien hat das Kino an Einfluss verloren, aber keineswegs
seine Magie.
Hinweis: Diese kurze Einführung in die Filmgeschichte (aufzurufen
über die Submenüs links) versteht sich als "Ankerplatz"
für die weiterführende Recherche. Innerhalb von mediamanual.at
empfiehlt sich die Volltextsuche
als Recherche-Werkzeug, bei der Themenvernetzungen innerhalb der
Rubriken "themen", "leitfaden" und "projekte"
aufgezeigt werden.
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 Seit
September 2005 bietet das ÖSTERREICHISCHE
FILMMUSEUM WIEN in Wien neben den wechselnden
Retrospektiven zwei langfristige und zyklische Programme an,
die in engem Zusammenhang mit der Vermittlungs- und Sammlungsarbeit
des Hauses stehen. Peter Kubelkas Zyklus "Was ist Film",
der 1996 zur Hundertjahrfeier des Kinos gestaltet wurde und
nach längerer Pause wieder im Filmmuseum zu sehen ist,
definiert in 62 Programmen anhand herausragender Beispiele
den Film als eigenständige Kunstgattung – als Werkzeug,
welches neue Denkweisen vermittelt. Der zweite, neue Zyklus,
"Die Utopie Film", – zusammengestellt von
Alexander Horwath – möchte in 50 Kapiteln eine
alternative Lesart der Filmgeschichte und ihrer "Meisterwerke"
vorschlagen.
In
den beiden Zyklen wird das Kino auf komplementäre Weise
aufgefächert, und sie bieten besonders für junge
filminteressierte Menschen beispielhafte (Quer)Verweise auf
die Geschichte(n) des Films. Die Zyklen werden jeden Dienstag
Abend gezeigt.
Download "Geschichte(n) des Films"
(165kb)
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